Noise´n´Nischel: Klangkosmos Karl-Marx-Stadt

 

14.11.2026 / 19.00 Uhr LIVE

Die Gehirne feat. Jens Ausderwäsche + x
Konzert/ Talk / Filme

Die Szene von Karl-Marx-Stadt war eng vernetzt, zumal es keine künstlerischen Hochschulen gab, die stetig neues Potential eingebracht hätten. So entstanden interessante Wechselwirkungen und Kreuzungsmomente. Diesen will das Gespräch mit Claus Löser, Florian Merkel und Frank Maibier nachgehen, Mitgliedern der 1983 gegründeten und bald mit einer Magnetband-Kassette voll Krach auftrumpfenden Artpunk-Band, an die Personen andockten, die andererseits z.B. bei der Punkband Anna B spielten. Für die Punkszene spricht wiederum Inka Brückner, die mit Florian Merkel filmisch kooperierte. Der betrieb zudem sein Solo-Projekt Knut Baltz Formation, das Duo Tropenkoller und versammelte auf sehr eigene Weise schließlich die Karl-Marx-Stadt Studio Big Band 1989 und Claus Löser verband mit dem klangFarBe-Kassettenlabelbetreiber und umtriebigen Produzenten Frank Bretschneider (AG. Geige, Kriminelle Tanzkapelle, Heinz & Franz, Stein im Brett …) die gemeinsame Herausgabe des Magazins A Drei.
Ein Einblick in die Netzwerke, bevor dann Die Gehirne einen ihrer seltenen Auftritte absolvieren. In diesem Fall unterstützt von Jens Ausderwäsche, die mit Florian Merkel das krautige Improv-Projekt Der lustige Eidechs betreibt und sonst solo oder vormals mit der Band Baumarkt sowie dem Label RÖ37 Aktivteil der zeitgenössischen experimentellen Chemnitzer Szene ist.
Den Anfang des Abends bildet aber eine Weltpremiere: der Film "Szenen 1986"!
Inka Brückner war Mitte der 80er eine auffallende Persönlichkeit in Karl-Marx-Stadt und bewegte sich in einer Gruppe Gleichgesinnter, die als die ersten Karl-Marx-Städter Punks angesehen werden können. Eine Geschichte, die auch in "Tanz auf dem Vulkan" vertreten ist, dem Anfang des Jahres erschienen Buch über ostdeutsche Punk-Frauen von Geralf Pochop.
Sie hielt aber auch ihr Umfeld mit einer Super 8-Kamera fest und entwickelte Spielfilmideen, die sie mit ihrer Truppe umsetzte. Aus den Filmresten, die die "zuständigen Organe" in den 80ern übriggelassen haben, wurde nun von Inka Brückner und Florian Merkel ein 20minütiges Zeitbild montiert, in dem sich rudimentäre Spielszenen mit dokumentarischen Alltagsbeobachtungen und Aufnahmen aus dem Punk-Leben mischen, ergänzt mit zeitgeschichtlichen Abfilmungen vom Schwarzweiß-Fernseher. Die meisten Aufnahmen sind von 1986, was dem Film den Titel gab.
Super 8 digitalisiert, ca. 20 min
Inka Brückner: Regie, Kamera, Schnitt 1986
Inka Brückner und Florian Merkel: Bearbeitung 2026


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