Podiumsdiskussion

 

24. September 17 Uhr

Kollektiver Kreativismus – Aktionskunst in der DDR


Podiumsdiskussion: (u.a.) mit Carsten Busse und Alexander Pehlemann

Warum möchte sich ein Ausstellungsort, der sich in erster Linie der Präsentation junger Künstler und Künstlerinnen, neuer Kunstformen und Ausstellungsmöglichkeiten, internationalen Austauschprojekten und politisch, wie soziokulturell relevanten Themen verschrieben hat, warum möchte sich dieser Ort mit Aktionskunst in der DDR beschäftigen. Weil wir genau dort Themen wiederfinden, die auf unser höchstes Interesse stoßen. Zum einen ist es die Kunstform an sich – die Aktionskunst, der viel von unserer Aufmerksamkeit gewidmet ist. Heute eher als Performancekunst tituliert, ist es eine für uns neu entdeckte und von KünstlerInnen neu umgesetzte Kunstform. Dagegen spricht aber keineswegs, dass es in den Jahren vor und auch noch nach 1998 diese Kunstform innovativ, kreativ und experimentell war - und häufig mit einer herrlichen „Hinterfotzigkeit“ ausgestattet, aus der einerseits die Freude an der Sache aus KünstlerIn und Publikum spricht, aber auch der clevere aufdecken und umgehen des verordneten Wertekanons. Darüber hinaus haben sich Künstler und Künstlerinnen zweier so grundlegend unterschiedlicher Systeme unglaublich schnell ausgetauscht,  haben kreativ zusammen gearbeitet und sich kennengelernt - dass hier die Bereitschaft auf gegenseitige Kommunikation weitaus höher war, als in Rest des vereinten Deutschlands. Bereits im Mai 1990 wurde mit „dazwischen“ der erste, aber bei Weiten nicht letzte Versuch eines Austauschprojektes unternommen. Somit finden sich sämtliche Eigenschaften in der Aktionskunst dieser Zeit wieder, die es für uns und das Publikum  spannend macht, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Das Ausstellungsprojekt „Kollektiver Kreativismus – Aktionskunst in der DDR“ stellt den Versuch dar, sich dieser Zeit und ihren Akteuren zu nähern. Bei der Recherche für das Projekt wurde jedoch schnell klar, dass es eine Fülle von Archiven, an Material, an maßgeblichen Protagonisten gibt, die den Rahmen einer einzigen Ausstellung sprengen würden. Gemeinsam mit Carsten Busse, Jens Pfuhler und Sheila Reimann hat sich die Galerie KUB von daher entschieden, im September 2012 eine umfängliche Ausstellung dieser „Einführung“ folgen zu lassen. Dafür werden Archive analysiert, miteinander verglichen und im besten Fall unter einem Dach zusammengeführt. Eine Recherche, die es dann erlaubt, umfassende Zeitdokumente aus möglichst vielen Standorten der neuen Bundesländer zusammenzutragen und in Form einer Ausstellung zu präsentieren. Darüber hinaus wird ein Überblickswerk erscheinen, das den Anspruch hat, ein möglichst vollständiges Bild über Aktionskunst in der DDR wiederzugeben.

In der Ausstellung vom 11. September bis 6. Oktober 2011 werden wir uns zunächst auf die die Jahre 1985 – 1995 und aus nahe liegenden Gründen auf die Stadt Leipzig konzentrieren. Während der gezeigten Ausstellung stellt sich bei dem Betrachter im optimalen Fall ein Gefühl, eine Vorstellung für diese Periode im Umbruch ein, das mittels Interviews mit Zeitzeugen und Protagonisten (Jens Pfuhler und Jens Mattner), durch Foto – und Filmmaterial (Sheila Reimann), sowie dieser Zeitung hier (Carsten Busse) geschürt werden soll.


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