Rococo

 

Roman Dziadkiewicz, Malgorzata Markiewicz 9. 4. – 9. 5. 2010

Die Ausstellung ROCOCO ist inspiriert an der gleichnamigen Stilrichtung des Rokoko [franz.: Rocaille, Muschelwerk]. Die aus dem Barock hervorgegangen Richtung wollte dessen schweren und pathetischen Stil verlassen und verwandelte diesen in eine heitere und grazile Dekorationskunst. Die Eleganz des Rokoko entfaltete sich insbesondere in seiner schwungvoll-eleganten Formsprache, der sich vor allem in überbordenden Verzierungen und dem Verzicht auf jegliche Symmetrie äußerte. Elemente der Herangehensweise werden in der Ausstellung ROCOCO in die zeitgenössische Betrachtungsweise transportieren, sich in romantischen Lebensäußerungen ausdrücken, mit Material, ob durch Alltag oder Neue Medien inspiriert, spielerisch und zugleich allegorisch umgehen.

Die Bio-Dekorationen von Malgorzata Markiewicz greifen durch ihren unregelmäßigen und asymmetrischen Charakter die Rokoko-Formen auf, sie kriechen an den Wänden empor und entfalten dabei ihre Extravaganz. Die Künstlerin ersetzt herkömmliches Stuckdekor durch Strickornamentik. Die verspielte Ästhetik kann zugleich Ausdruck eine latente Bedrohung durch Schimmelwuchs sein, als Auswuchs parasitärer Lebensformen. Ihre Rüschen und Winkeln bringen die von ihnen betroffenen Wände zum Leben, diese wölben und deformieren sich, lassen pulsierendes Leben, aber auch Krankheit assoziieren und entsprechen somit einem Moment der Grenzüberschreitung. Ihre Formen sind schön und gefährlich zugleich!

Roman Dziadkiewiczs Selbstverständnis als Künstler ist von der Frage nach den gegenwärtigen ästhetischen, sozialen und medialen Bedingungen von Kunstwerken und Künstlertum bestimmt. Sein künstlerisches Programm zielt auf die Erforschung der Verflechtungen des Kunstbetriebs in ökonomischen und politischen Machtstrukturen sowie der Dichotomie von Realität und Fiktion im schöpferischen Prozess. Der Künstler Roman Dziadkiewicz ist Installationskünstler, Performer, Bildhauer, Aktivist und Kurator und trat seit Ende der 90er Jahre mit zahlreichen Ausstellungen, Workshops und Kunstaktionen in Polen, Europa und den USA in Erscheinung. Er ist Mitbegründer des Laboratoriums Fundacja 36,6, eines kommunikativen Zusammenschlusses polnischer Künstler, Kulturtheoretiker, Soziologen und Aktivisten. 

Kuratoren Franziska Eißner & Christian Liefke


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